Sichuan – Weiter stabiles Wachstum im ersten Halbjahr 2026. Importe boomen

Um die neue Wirtschaftspolitik Chinas zu verstehen und neue Chancen für die deutsche Wirtschaft zu erschließen ist es hilfreich sich die neuesten Wirtschaftsdaten der Provinzen genauer anzusehen. Das industrielle Wachstum im ersten Halbjahr 2026 blieb in der Provinz Sichuan stabil. Die Wertschöpfung der Industrie stieg im Jahresvergleich um 6,4 Prozent. Der Dienstleistungssektor verzeichnete ebenfalls ein stabiles Wachstum und stieg im Jahresvergleich um 4,8 Prozent. Der gesamte Einzelhandelsumsatz mit Konsumgütern stieg im Jahresvergleich um 2,0 Prozent, verkündete das Informationsbüros der Provinzregierung Sichuan auf einer Pressekonferenz.

Das BIP Sichuans erreichte im ersten Halbjahr 3.362,945 Milliarden Yuan (100 Xuan = ca. 12,8 Euro). Dies entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (zu konstanten Preisen). Die Wirtschaft der Provinz stand zwar unter Druck, zeigte sich aber im ersten Halbjahr insgesamt stabil. Ihr Entwicklungspotenzial wurde weiter ausgeschöpft und neue Produktivkräfte in beschleunigtem Tempo aufgebaut, so die Provinzregierung.

Nach Branchen aufgeschlüsselt, betrug die Wertschöpfung des Primärsektors im ersten Halbjahr 195,346 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Wertschöpfung des Sekundärsektors betrug 1.164,108 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr; und die Wertschöpfung des Tertiärsektors betrug 2.003,492 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Industriewachstum blieb relativ hoch. Branchenbezogen verzeichneten 33 von 41 wichtigen Industriekategorien ein Wertschöpfungswachstum. Produktbezogen stieg der Absatz von Lithium-Ionen-Batterien um 62,7 Prozent, der von Smart-TVs um 52,2 Prozent, der von integrierten Schaltkreisen um 18,6 Prozent, der von Industrierobotern um 15,7 Prozent und der von LCD-Bildschirmen um 7,9 Prozent.

Die Investitionen in Sachanlagen gingen zurück. Im ersten Halbjahr sanken die Investitionen in Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent. Der Rückgang verdeutlicht einen Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik, in der überdimensionierte Projekte verkleinert und Industrieparks auf mehr Qualität und Efferenz ausgerichtet werden.

Der Konsumgütermarkt funktionierte reibungslos. Im ersten Halbjahr erreichten die gesamten Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern 1.444,99 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sichuan auch kämpft, genau wie der Rest Chinas, mit einer spürbaren Konsumzurückhaltung der Bevölkerung, die primär durch die anhaltende Immobilienkrise bedingt ist. Um die Binnennachfrage anzukurbeln, hat die Provinzverwaltung eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet. Sichuan hat gesetzliche Entwürfe vorgelegt, um die monatlichen Mindestlöhne ab Dezember 2026 um mehr als 7 Prozent auf 2.360 Yuan anzuheben. Die Erhöhung soll gezielt Geringverdienern mehr Kaufkraft verschaffen, da diese eine statistisch höhere Konsumneigung aufweisen, um so den trägen Einzelhandel zu stützen.

Das externe Umfeld für die Wirtschaft ist jedoch weiterhin komplex und volatil. Das Ungleichgewicht zwischen hohem Angebot und schwacher Nachfrage besteht weiterhin und die Grundlage für eine wirtschaftliche Erholung ist noch nicht solide. Die Erfolge wurden nicht ohne Weiteres erzielt, so Sichuan Daily).

Der Umbau geht weiter und setzt auf Hightech sowie Qualität. Daten der Steuerverwaltung der Provinz Sichuan zeigen, dass der Anteil der fakturierten Umsätze im Hightech-Fertigungssektor der Provinz von Januar bis Juni auf 27,0 Prozent gestiegen ist – ein Plus von 1,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Hightech-Produkten und intelligenten Technologien. Die fakturierten Umsätze des Hightech-Fertigungssektors der Provinz legten im Jahresvergleich um 14,3 Prozent zu und lagen damit 6,7 Prozentpunkte über dem Wachstum des gesamten verarbeitenden Gewerbes. Konkret stiegen die fakturierten Umsätze der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Elektronikkomponenten- und Elektronikspezialmaterialindustrie sowie der Kommunikationsgeräteindustrie im Jahresvergleich um 71,8 Prozent, 54,7 Prozent bzw. 30,0 Prozent.

Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Branche für die Herstellung von Anlagen zur Erzeugung sauberer Energien, ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt Sichuans, im ersten Halbjahr außergewöhnlich gut abgeschnitten hat. Der Umsatz mit Lithium-Ionen-Batterien stieg im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent und trieb damit den Umsatz mit vorgelagerten chemischen Rohstoffen und Produkten um 63,7 Prozent an. Der Umsatz mit Anlagen zur Tiefsee-Ölförderung legte im Vergleich zum Vorjahr um 160,0 Prozent zu und erzielte damit einen neuen Durchbruch.

Die fakturierten Umsatzerlöse der Industrie für Eisenbahn-, Schiffbau-, Luft- und Raumfahrtausrüstung sowie sonstige Transportmittel, der Instrumentenindustrie und der Computer-, Kommunikations- und sonstigen Elektronikgeräteindustrie stiegen im Jahresvergleich um 47,1 Prozent, 13,6 Prozent bzw. 11,9 Prozent. Die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien und Smart-TVs verzeichnete ein starkes Wachstum und stieg im Jahresvergleich um 72,3 Prozent bzw. 30,3 Prozent.

Branchenbezogen verzeichneten 33 von 41 Hauptbranchen ein Wachstum der Wertschöpfung im Vergleich zum Vorjahr. Darunter die Elektromaschinen- und -Geräte Industrie mit einem Anstieg von 11,8 Prozent, die Computer-, Kommunikations- und sonstige Elektronikgeräteindustrie mit einem Anstieg von 10,7 Prozent, die Energie- und Wärmeerzeugungs- und -versorgungsbranche mit einem Anstieg von 7,9 Prozent, die chemische Rohstoff- und Chemieprodukteindustrie mit einem Anstieg von 7,5 Prozent und die pharmazeutische Industrie mit einem Anstieg von 6,8 Prozent.

Neue Wachstumstreiber gewinnen an Bedeutung, da Branchen zunehmend neue, intelligente und umweltfreundliche Technologien einsetzen, was zu einem deutlichen Anstieg der Produktion entsprechender Produkte führt. Konkret stieg die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien im Vergleich zum Vorjahr um 72,3 Prozent, die von Smart-TVs um 30,3 Prozent, die von integrierten Schaltkreisen um 18,6 Prozent, die von LCD-Bildschirmen um 8,3 Prozent und die von Industrierobotern um 6,9 Prozent.

Importsteigerung um 18,5 Prozent

Nach Angaben des Zolls von Chengdu erreichte Sichuan im ersten Halbjahr einen Gesamtwert von 530,38 Milliarden Yuan bei Importen und Exporten von Waren, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist ein Rekordhoch und bedeutet den neunten Platz im Land.

Im ersten Halbjahr erreichten Sichuans Außenhandelsexporte 289,61 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Importe beliefen sich auf 240,77 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 114 Milliarden Yuan auf den Handel Sichuans mit ASEAN, was 21,5 Prozent des gesamten Außenhandels der Provinz ausmachte und ASEAN zu Sichuans wichtigstem Handelspartner machte. Darüber hinaus erreichte Sichuans Handel mit der EU 81,65 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr; der Handel mit den USA belief sich auf 80,82 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum belief sich der Handel mit Ländern, die an der Seidenstraßeninitiative beteiligt sind, auf 226,83 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht 42,8 Prozent des gesamten Außenhandels der Provinz.
Im Exportbereich verzeichneten die „drei neuen Produkte“ ein rasantes Wachstum. Im ersten Halbjahr erreichten die Exporte dieser Produkte aus der Provinz 17,65 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte von Photovoltaikprodukten, Elektrofahrzeugen und Lithiumbatterien stiegen dabei um 36,5 Prozent, 18 Prozent bzw. 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auf der Importseite verzeichneten integrierte Schaltkreise und Konsumgüter ein zweistelliges Wachstum. Im ersten Halbjahr importierte die Provinz elektromechanische Produkte im Wert von 181,23 Milliarden Yuan, ein Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht 75,3 Prozent des gesamten Importvolumens. Davon entfielen 126,54 Milliarden Yuan auf integrierte Schaltkreise, ein Anstieg von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum erreichten die Importe von Konsumgütern 13,59 Milliarden Yuan, ein Plus von 46,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hierbei stiegen die Importe von essbaren Meeresfrüchten und Speiseölen um 52,9 Prozent bzw. 114 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der Unternehmen mit Import- und Exporttätigkeit erreichte im ersten Halbjahr einen Rekordwert. In Sichuan gab es 9.110 solcher Unternehmen – ein neuer Höchststand für den gleichen Zeitraum und ein Anstieg von 16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Import- und Exportvolumen der Privatunternehmen belief sich auf 197,97 Milliarden Yuan, ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht 37,3 Prozent des gesamten Außenhandelsvolumens der Provinz. Berichtet Sichuan Daily.

Europa und insbesondre für die Handelsmetropole Hamburg sollten diese Neuerungen in Chinas Westprovinzen genau analysieren und mit Partnern vor Ort neue Kooperationsmöglichkeiten erschließen. Ein Plus von 46,6 Prozent bei der einfuhr von Konsumgütern bietet nicht nur neue Absatzfelder. In den Provinzen ist deutlich zu sehen, dass China ernsthaft versucht seine hohe Handelsüberschüsse zurückzufahren. 

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