Chinesische Schiffbauer und europäische Reeder forderten beim ersten China-Europa-Schifffahrtsgipfel eine engere Zusammenarbeit bei der Schiffsentwicklung, alternativen Kraftstoffen und der Digitalisierung
Der China-Europe Maritime Summit fand am 2. September 2026 im Rahmen der Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft (SMM 2026) statt. Der Gipfel, der gemeinsam vom Chinesischen Verband der Nationalen Schiffbauindustrie (CANSI), dem Verband Deutscher Reeder (VDR) und DNV organisiert wurde, brachte führende Vertreter zweier maritimer Sektoren zusammen, die zusammen einen bedeutenden Anteil der globalen Flotte prägen.
Energieeffizienz, operative Flexibilität und digitale Innovation wurden als Schlüsselfaktoren für die Branche hervorgehoben, die sich mit den Dekarbonisierungszielen, sich wandelnden regulatorischen Rahmenbedingungen und der Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger Kraftstoffpfade auseinandersetzen muss.
Knut Ørbeck-Nilssen, Group President und CEO von DNV, erklärte: „Die Zusammenkunft von Führungskräften aus dem chinesischen Schiffbau, der europäischen Schifffahrt und der gesamten maritimen Wertschöpfungskette ist sowohl zeitgemäß als auch wichtig. Die Entscheidungen, die heute in unserer Branche getroffen werden, werden die Schifffahrt für die kommenden Jahrzehnte prägen, und dieser Gipfel demonstriert unser gemeinsames Engagement für die Gestaltung der Zukunft unserer Branche.“
Xu Peng, Vorsitzender der China State Shipbuilding Corporation (CSSC), sagte auf dem Treffen: „Die maritimen Sektoren Chinas und Europas verfolgen ähnliche Ziele, ergänzen sich in ihren Stärken und bieten vielversprechende Perspektiven. Dieser Gipfel kann als Ausgangspunkt für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen der chinesischen Schiffbauindustrie und der europäischen Schifffahrtsbranche dienen und dazu beitragen, die Grenzen der Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erweitern und ein vernetztes Ökosystem aufzubauen.“
Dr. Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), erklärte: „Für Reeder ist ein neues Schiff niemals eine Investition für das nächste Quartal. Es ist eine Verpflichtung für Jahrzehnte. Langfristige Investitionen erfordern vertrauensvolle Partnerschaften, und viele der modernsten Handelsschiffe der Welt sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen europäischen Reedern und chinesischen Schiffbauern. Exzellenz wird selten isoliert erreicht.“
In zwei hochrangigen Podiumsdiskussionen unter der Moderation von Dr. Martin Kröger, CEO von VDR, und Li Yanqing, Vizepräsident und Generalsekretär von CANSI, wurde über die Probleme und die Zukunftsperspektiven der globalen Schiffbaubranche beraten. Teilnehmer waren Manager führender chinesischer Schiffbauer, darunter China Merchants Industry (CMI), Guangzhou Shipyard International (GSI), Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS) und das Shanghai Merchant Ship Design & Research Institute (SDARI), sowie europäische Reedereien und Betreiber wie Vogemann Reederei, Briese Schiffahrt, Bernhard Schulte, MPC Containerships und Grieg Edge sowie Vertreter von DNV. Die Diskussionen unterstrichen die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen China und Europa für die Transformation der Schifffahrt.
Chinas Schiffbauindustrie deckt rund 70 Prozent des weltweiten Auftragsbestands ab, während europäische Reeder mehr als ein Drittel der weltweiten Flottenkapazität betreiben. Angesichts der zunehmenden Unsicherheit in der globalen Schifffahrtsbranche ist die Suche nach flexiblen Lösungen unerlässlich.
Für den 21. bis 22. Oktober 2026 ist das nächste globale Partnertreffen des Global Maritime Forum in Shanghai angekündigt, bei dem die Auswirkungen geopolitischer Verschiebungen auf die maritime Industrie erneut im Zentrum stehen werden.
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ASIA MEDIA SERVICE, Dr. Thomas Kiefer
Fotos: © Thomas Kiefer


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